Kreativitätstechniken: Wie funktioniert die Walt Disney Methode?

Aktualisiert: März 30

"Ich bin nicht kreativ!" "Mir fällt nichts gutes ein!"

"Ich kann nicht auf Knopfdruck Ideen liefern!"

"Nicht jeder Mensch kann kreativ sein!"

"Ich komme mit dem Thema nicht weiter!"

"..."

Diese oder ähnliche Aussagen lassen immer wieder die Frage nach der Kreativität von Menschen aufkommen. Gibt es unkreative Menschen? Oder ist eigentlich jede*r kreativ? Die Meinungen hierzu werden vermutlich weit auseinander gehen. Fakt ist aber: Es gibt Techniken, die jede*r anwenden kann, um kreative Denkprozesse anzustoßen, um Grenzen hinter sich zu lassen und Lösungen außerhalb der allseits bekannten Box zu finden. Diese Kreativitätstechniken sind ganz unterschiedlich und vielfältig: Die Formate sind teils laut, teils leise, sie eignen sich für Gruppen oder auch Einzelkämpfer. Es gibt Methoden, die speziell auf Problemlösungen fokussieren; andere, die auf Rollenspielen basieren und vieles mehr.

Frau schreibt den Text "Space to Create" auf ein iPad

Eine sehr bekannte Kreativitätstechnik, die nach einer der prominentesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts benannt wurde, ist die "Walt Disney Methode". Mit dieser Kreativtechnik kannst du ein Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, Ideen generieren und verfeinern. Konkret versetzt du dich – oder auch dein ganzes Team – schrittweise in die Rollen des Träumers, Realisten oder Kritikers hinein. Bei Gruppen tauscht man die Rollen entweder nacheinander durch oder jedes Gruppenmitglied übernimmt eine feste Rolle. Wenn du alleine bist, versetzt du dich schrittweise nacheinander in jede der Rollen hinein. In den verschiedenen Rollen hast du unterschiedliche Aufgaben.


1. Träumer

Du startest mit der Rolle des Träumers, entwickelst Visionen für das Thema und spielst mit Ideen. Du tust das Ganze OHNE dir Grenzen zu setzen, OHNE deine Ideen zu bewerten und OHNE dir Gedanken über die Realisierbarkeit zu machen. Als Träumer ist alles erlaubt. Der Blick des Träumers ist in die Zukunft gerichtet und fokussiert auf Möglichkeiten und Potentiale.


2. Realist

Als Realist orientierst du dich an der aktuellen Situation und überlegst wie die Vorschläge und Ideen des Träumers umgesetzt werden können. Du entwirfst unter Berücksichtigung bekannter Gegebenheiten, wie verfügbarer Ressourcen, Hilfsmittel etc. konkrete Handlungspläne. Die Ideen werden in dieser Rolle also in Aktivitäten und Konzepte transformiert.


3. Kritiker

In der Rolle des Kritikers prüfst du Handlungspläne und Konzepte, sprichst Gefahren und Risiken der Umsetzung an und betrachtest Stärken und Schwächen der Ideen. Hier ist es wichtig, dass du ausschließlich konstruktiv kritisierst, damit die Vorschläge und Ideen nicht zerstört werden. Es geht also vor allem darum, dass du Aspekte identifizierst, an die noch nicht gedacht wurde und, dass du dich fragst, was noch verbessert werden könnte.


Wenn alle Rollen durchgespielt wurden, konntest du das Thema aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten, wobei in der Regel ganz neue Aspekte und Ideen zu Tage treten. Sehr beliebt ist es auch die Walt Disney Methode als Kreislauf-Vorgehen anzuwenden. In diesem Fall würdest du die in der Rolle des Kritikers aufgedeckten Fragen und Schwachpunkte wieder an den Träumer weitergegeben, der dafür weitere Visionen und Ideen entwickelt und an den Realisten weitergibt usw. Den Kreislauf kannst du so oft wiederholen, bis keine neuen relevanten Ideen und Ergebnisse in den einzelnen Rollen mehr entstehen oder aber die Ergebnisse deinen vorab gesteckten Zielen und Anforderungen genügen.


Wie bereits erwähnt eignet sich die Walt Disney Technik sowohl für Einzelpersonen als auch für Teams. In Gruppen angewendet ist es sehr wichtig, dass sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen und nicht ausbremsen. Für unerfahrene Teams ist es ggf. empfehlenswert einen Moderator einzusetzen, der dafür Sorge trägt, dass die Aufgaben der Rollen eingehalten und die Rollen in der richtigen Reihenfolge gewechselt werden.


TIPP: Es ist ratsam, dass du für jede Rolle einen eigenen, individuellen Ort zuordnest oder schaffst. So kann der Wechsel von einer Rolle zur anderen nicht nur psychisch, sondern auch physisch deutlich wahrgenommen werden, was den Rollentausch leichter machen wird. Auch Walt Disney – so sagt man – hatte in seiner Villa für jede Rolle einen speziellen Raum. Möchtest du mehr über Kreativitätstechniken erfahren? Dann schau gerne mal hier vorbei oder kontaktiere uns.
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