Ob Mega, Macro, Micro, oder Nano? Welcher Influencer passt zu meinem Unternehmen?

Kannst du dich noch an eine Zeit ohne das Wort „Influencer“ erinnern? Mit dem starken Wachstum von Instagram, wird die Definition immer komplexer. Inzwischen gibt es mindestens vier Typen, in die man Influencer kategorisieren kann. Aber was bedeuten sie und warum solltest du dich als Unternehmen dafür interessieren? Angesichts des starken Einflusses von Social Media auf die Marketingbranche ist es hilfreich, dass du die Definition jedes einzelnen verstehst. Das Wissen um die Nuancen zwischen ihnen (und das ist mehr als nur die Anzahl der Follower) kann eine Kampagne entscheiden oder brechen.

1. Mega Influencer

Mega Influencer sind „Social-Media-Stars“ mit über 1 Million Follower. Es handelt sich oft um Prominente, wie z.B. Schauspieler, Sänger, Fußballstars oder um Internet-Persönlichkeiten, die in den letzten Jahren durch Social Media berühmt geworden sind. Sie gelten als die Spitzenreiter der sozialen Medien und sind immer dann für eine Kooperation interessant, wenn du die breite Masse ansprechen und z. B. die Markenbekanntheit in großem Maße steigern möchtest. Sie sind meist nicht nur auf Instagram, sondern auch auf weiteren Plattformen, wie Facebook und TikTok populär. So haben ihre Inhalte das Potenzial, sehr schnell ein großes Publikum zu erreichen. Du solltest aber bedenken, dass sie oft keine sehr enge Beziehung zu ihren Follower haben, weshalb sie manchmal als weniger vertrauenswürdig angesehen werden.


Vorteile der Zusammenarbeit

  • Einfluss – sie haben ein riesiges Publikum und das Potenzial, Millionen von Menschen zu erreichen.

  • Professionalität – sie haben bereits viel Erfahrung in der Arbeit mit Marken, was die Partnerschaft tendenziell einfacher und weniger zeitintensiv macht.

  • Markenexklusivität – ihre Unterstützung verleiht deiner Marke oder deinem Produkt ein gewisses Maß an "Exklusivität“.


Dinge, auf die du achten solltest

  • Verfügbarkeit – sie sind extrem gefragt, daher ist es nicht immer einfach, einen passenden, verfügbaren Zeitrahmen für die Zusammenarbeit zu finden. Das solltest du in deiner Kampagnenplanung berücksichtigen und mit den Influencern so früh wie möglich in Kontakt treten.

  • Kosten – ein Posting (oder Content-Piece) kann zwischen 2.000 bis 50.000 Euro und mehr kosten, je nach Popularität, Vertrauenswürdigkeit und Anzahl der Follower.

  • Risiko – da so viele Menschen jeden Schritt der Influencer beobachten, besteht ein größeres Reputationsrisiko für dein Unternehmen, falls Dinge schieflaufen.

  • Relevanz – gesponserte Inhalte werden von den Followern möglicherweise nicht als völlig vertrauenswürdig angesehen. Deshalb ist es so wichtig, sicherzustellen, dass der Influencer für deine Kampagne geeignet ist – also zu deinen Themen, Produkten oder sogar zum gesamten Unternehmen passt. Damit die Follower erkennen, dass der Influencer wirklich überzeugt ist von deinem Produkt und es nicht nur bewirbt, weil er oder sie Geld dafür erhält.

2. Macro Influencer

Im Gegensatz zu den meisten Mega Influencern haben Macro Influencer in der Regel 100.000 bis 1 Million Follower über das Internet gewonnen. Für viele Marken bieten Macro-Influencer das Beste aus zwei Welten: Ein großes und engagiertes Publikum, das dennoch in eine bestimmte Nische deines Unternehmens passt. Sie kennen ihre Zielgruppe in- und auswendig und haben meist Jahre damit verbracht, zu verstehen, was ihre Follower mögen und was nicht. Deshalb ist es für Macro Influencer wichtig, diese starke Verbindung zur Community aufrecht zu erhalten. Ähnlich wie Mega Influencer, werden sie meist von Agenturen betreut und gemanagt. Je nach dem Ruf des Macro Influencer und des Engagements der Follower, kann man hier die grobe Faustregel anwenden, dass ihre Postings etwa 100 Euro pro 10.000 Follower wert sind.


Vorteile einer Zusammenarbeit

  • Relevanz – sie haben innerhalb einer spezifischen Nische ein Publikum, das gut auf relevante Markenkooperationen reagieren wird.

  • Reach – Macro Influencer haben sowohl eine relativ große Reichweite als auch gute Engagement-Raten. Das ist ideal für Marken deren Kampagnenziele die Steigerung von Markenbekanntheit und Conversions sind.

  • Professionalität – sie sind es gewohnt, mit Marken zu arbeiten und qualitativ hochwertige Inhalte zu erstellen, was den Prozess der Zusammenarbeit für beide Parteien vereinfacht.

Dinge, auf die du achten solltest

  • Glaubwürdigkeit – je nach Größe des Publikums und je nachdem wie "themen-spezialisiert" die Influencer sind, könnte eine Markenpartnerschaft, die nicht genau zum Kernthema der Influencer passt, als weniger glaubwürdig erscheinen.

  • Engagement – Macro-Influencer mit einer Anzahl von Followern am oberen Ende der Skala (800.000/900.000) haben möglicherweise eine niedrige Engagement-Rate.

  • Kosten – viele werden heute von Agenturen betreut und können daher hohe Preise für Partnerschaften verlangen.

3. Micro Influencer

Die derzeit größte Gruppe von Influencer, sind Micro Influencer mit 10.000 bis 100.000 Follower. Sie unterscheiden sich von Macro Influencer hauptsächlich durch eine geringere Reichweite. Zudem sind sie noch spezialisierter und genießen daher noch mehr Vertrauen bei ihren sehr loyalen, hoch engagierten und relevanten Follower. Bei einem derart engagierten Publikum sind Micro Influencer eher in der Lage, qualifizierte Leads und Conversions zu generieren. Wenn die Zielgruppe deiner Marke mit der Community übereinstimmt, solltest du über eine Partnerschaft nachdenken.


Vorteile einer Zusammenarbeit

  • Glaubwürdigkeit – sie sind Spezialisten in einer bestimmten Nische, so dass Inhalte, die sie teilen als glaubwürdig angesehen werden.

  • Kosten – es sind geringere Investitionen erforderlich.

  • Engagement – Micro-Influencer haben tendenziell bessere Engagement-Raten als Mega- oder Macro-Influencer, weil ihr Publikum nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit dem Influencer selbst leicht in Verbindung treten kann.

  • Conversions – sie sind, dank des starken Vertrauens ihrer Community, eher in der Lage, relevante Leads in Follower und Kunden zu verwandeln.

  • Verfügbarkeit – aufgrund der geringeren Kosten für die Kooperation, hast du die Möglichkeit, mit mehreren Influencern gleichzeitig zu arbeiten.

  • Kampagnen mit Micro Influencern sind 6,7 Mal effizienter als Kampagenen mit Influencern, die mehr Follower haben.


Dinge, auf die du achten solltest

  • Zeit – je nach Kampagne möchtest du vielleicht mit mehreren Personen zusammenarbeiten, um maximale Ergebnisse zu erzielen. Dies erfordert mehr Zeit in der Planung und Umsetzung.

  • Qualität – da Instagram oft kein Vollzeitjob für Micro Influencer ist, jonglieren sie möglicherweise mit einem vollen Terminkalender, was die Qualität des Inhalts (potenziell) beeinträchtigen könnte. Hier lohnt es sich eine Qualitätssicherung einzuführen.

  • Reach – sie haben eine begrenzte Reichweite. Wenn Markenbekanntheit dein Ziel ist, macht es gegebenenfalls mehr Sinn, mit einem Macro oder Mega Influencer zusammen zu arbeiten.

  • Kreativität – sie schaffen die besten Ergebnisse, wenn ihnen ein gewisser Freiraum eingeräumt wird. Sie wollen keine strengen Richtlinien darüber, was genau sie posten sollen.

4. Nano Influencer

Das neue Influencer-Kid in der Runde ist der Nano Influencer, also ein Instagrammer mit weniger als 10.000 Follower. Nano-Influencer sind Personen, die Einfluss innerhalb ihrer lokalen Gemeinschaft haben. Das Tolle an ihnen ist, dass ihre Reichweite zwar augenscheinlich gering, ihr Einfluss in einer lokalen Community dafür aber überdurchschnittlich hoch ist. Sie werden die meisten, wenn nicht sogar all ihre Follower persönlich kennen. Dieser Grad an Intimität und Vertrauenswürdigkeit könnte für eine thematisch passende Marke oder Kampagne von großem Nutzen sein.


Vorteile einer Zusammenarbeit

  • Engagement – sie haben wahrscheinlich das höchste Engagement in ihrer Community.

  • Kosten – dank der geringeren Kosten für die Zusammenarbeit passt eine Kooperation sehr gut zu Unternehmen oder Start-ups, mit einem kleinen Marketingbudget.

  • Glaubwürdigkeit – sie kennen ihre Follower auf einer sehr vertrauten Ebene.

  • Conversions – viele Menschen vertrauen den Empfehlungen von Freunden und Familie mehr, als denen von Prominenten. Die Wahrscheinlichkeit eines Leads, der zur Kaufentscheidung führt, ist also größer als bei Macro oder Mega Influencern.

  • Standort – wenn deine Marke einen festen Standort bzw. Point-of-Sale hat oder eine lokale Veranstaltung fördert, könnte es eine gute Möglichkeit sein, eine positive Mundpropaganda in der für dich relevanten Region loszutreten.


Dinge, auf die du achten solltest

  • Reach – wenn Markenbekanntheit eines deiner Kampagnenziele ist, ist es wichtig, neben den Nano Influencer (deren Reichweite begrenzt ist) auch andere Optionen in Betracht zu ziehen.

  • Erfahrung – Nano-Influencer sind nicht so erfahren, wenn es um die Zusammenarbeit mit Marken geht. Für Marken bedeutet dies, dass ein wenig mehr „Händchenhalten“ erforderlich sein kann, um ein großartiges Ergebnis zu gewährleisten.

  • Qualität – Die fehlende Erfahrung ist auch ein wichtiger Aspekt in der Erstellung von qualitativ hochwertigem Content. Es ist wichtig, frühzeitig über die Ziele der Kampagne zu informieren, um sicherzustellen, dass das Content-Piece bzw. Endergebnis mit deinem Ziel übereinstimmen.

Wie du den richtigen Influencer für deine nächste Kampagne aussuchst – die Kurzfassung

Mega Influencer: Wenn das Ziel deiner Kampagne darin besteht, die Markenbekanntheit zu erhöhen und das Bewusstsein für deine Produkte zu steigern (und es keine Budgetbeschränkungen gibt), passt möglicherweise ein Mega Influencer zu deinem Vorhaben.

Macro Influencer: Wenn dein Ziel darin besteht, ein bestimmtes Publikum anzusprechen und dennoch eine große Masse zu erreichen, passt ein Makro Influencer zu dir. Behalte den ROI (Return on Investment) im Auge, da einige Influencer eine bessere Engagement-Rate haben als andere.

Micro Influencer: Wenn dein Ziel darin besteht, die Conversions, Leads und Abonnenten in einem bestimmten (Nischen-)Publikum zu erhöhen, könnte ein Micro Influencer passend für dich sein.

Nano Influencer: Wenn du eine lokale Marke oder ein lokal agierendes Unternehmen bist, welches über ein kleines Marketingbudget verfügt, aber dennoch anregende Gespräche über Produkte führen möchte, dann kann ein Nano Influencer helfen, deine Zielgruppe zu erreichen.


Zusammenfassung

Wie du siehst, gibt es eine Menge zu beachten, bevor du mit einem potenziellen Influencern zusammenarbeiten solltest. All das startet damit, herauszufinden, welcher Influencer zu deiner Kampagne und Zielsetzung am besten passt. Um das Beste aus einer Zusammenarbeit rauszuholen, solltest du deine Ziele möglichst genau definieren, zunächst eine Liste mit potenziellen Influencer erstellen und recherchieren, welche Kampagnen sie in der Vergangenheit bereits umgesetzt haben. Viel Erfolg!



Du bist unschlüssig und weißt noch nicht so recht welcher Influencer zu deinem Unternehmen oder Marketing-Ziel passt? In unserer Social Media Sprint Hour beraten wir dich gerne individuell zu deinem Social Media Auftritt.

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